Praktische Fragen rund um die Bauträgerprojektabwicklung

Bauträgerprojekte gewinnen in der Praxis immer mehr an Bedeutung: der Bauträgervertrag iSd Bauträgervertragsgesetzes (BTVG) ist ein Vertrag zwischen einem Bauträger und einem Erwerber, zB über den Erwerb von Wohnungseigentum an einer Wohnung. Bei der Abwicklung eines Bauträgerprojektes durchlaufen die Vertragsparteien verschiedene Phasen, und zwar wird der Kaufgegenstand schrittweise von der “unbebauten Wiese“ zur fertiggestellten Eigentumswohnung. Die Vertragserrichtung, Treuhandabwicklung und grundbücherliche Durchführung weist aufgrund der Komplexität des BTVG und der laufenden Änderungen der höchstgerichtlichen Rechtsprechung gewisse Besonderheiten auf. Beim ImmoDienstag am 26.03.2019 befassen wir uns  bei unseren Vorträgen daher speziell mit aktuellen Praxisfragen bei der Bauträgerprojektabwicklung. RA Mag Raffaela Lödl-Klein, geschäftsführende Gesellschafterin der KAPP & PARTNER Rechtsanwälte GmbH, wird in ihrem Vortrag eine Übersicht über die Eckpfeiler des “grundbücherlichen Sicherungsmodells“ geben. Zwei weitere Vorträge werden sich mit weiteren aktuellen Themen bei der Bauträgerprojektabwicklung auseinandersetzen.

Programm

  • 18:00 - 18:30 Eintreffen der Gäste und Begrüßung durch das ImmoDienstag-Team
     
  • Raffaela Lödl-Klein

    RA Mag Raffaela Lödl-Klein ist seit 2013 im Team der KAPP & PARTNER Rechtsanwälte GmbH und seit Februar 2018 auch Partnerin der Kanzlei. Zu ihren Spezialgebieten zählen das Immobilienrecht, insbesondere die Abwicklung von Liegenschafts- und Bauträgerprojekten sowie das Gesellschafts– und Insolvenzrecht.

    Wann kommt das BTVG zur Anwendung?

    Juristisch gesprochen: bei einem Vertrag über den Erwerb des Eigentums, des Wohnungseigentums, des Baurechts, des Bestandrechts oder eines sonstigen Nutzungsrechts einschließlich Leasing an erst zu errichtenden oder durchgreifend zu erneuernden Gebäuden, Wohnungen oder Geschäftsräumen. Das BTVG kommt daher immer dann zur Anwendung, wenn eine noch nicht fertiggestellte Wohnung oder Geschäftsräumlichkeit erworben wird und Käufer bereits vor der Fertigstellung mindestens 150 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche an den Bauträger oder Dritte als Vorauszahlung leisten müssen. Bei Vertragsabschlüssen mit Verbrauchern kommt das Gesetz zwingend zur Anwendung.

    Welchen Schutzzweck verfolgt das BTVG?

    Das Bauträgervertragsgesetz soll Käufer einer Immobilie vor dem Verlust von bereits getätigten Zahlungen im Fall der Insolvenz des Bauträgers schützen. Das Gesetz sieht verschiedene Sicherungsmodelle vor. Es gibt drei mögliche Sicherungsmodelle: die grundbücherliche Sicherstellung samt Zahlung nach Ratenplan, die schuldrechtliche Sicherstellung sowie die pfandrechtliche Sicherstellung. Da in der Praxis das „grundbücherliche Sicherungsmodell“ am relevantesten ist, werde ich auch in meinem Vortrag darauf genau eingehen. Das Ziel etwa der „grundbücherlichen Sicherung“ ist die Erhaltung der Wertrelation zwischen den vom Bauträger bereits erbrachten Bauleistungen und den vom Erwerber bezahlten und an den Bauträger weitergeleiteten Kaufpreisraten.

    Was ist Ihre Tätigkeit bei der Bauträgerprojektabwicklung und Ihre Meinung zum BTVG?

    Speziell im Wohnbau bei Käufen vom Bauträger bietet das BTVG eine gute Sicherheit. Bei der Abwicklung fungieren wir als Vertragserrichter und Treuhänder und bilden die Schnittstelle zwischen Bauträger, Käufer sowie den involvierten Banken und dem Baufortschrittsprüfer. Das Bauträgervertragsgesetz weist durchaus eine gewisse Komplexität auf, und die korrekte Anwendung der Sicherungsmodelle ist in der höchstgerichtlichen Rechtsprechung nicht abschließend geklärt. Die optimale Begleitung bzw. Überwachung des Projekts fordert daher auch uns Juristen. Entsprechende Kenntnisse im Zivilrecht, insbesondere im Vertrags-, Grundbuchs- und Insolvenzrecht, sind unerlässlich. Unsere Kanzleischwerpunkte liegen in den Bereichen Insolvenz- und Immobilienrecht, sodass wir speziell bei der Bauträgerprojektabwicklung über ausreichendes Know-how verfügen.

    Sandra Bauernfeind

    Bauträgerprojekte gewinnen in der Praxis immer mehr an Bedeutung: der Bauträgervertrag iSd Bauträgervertragsgesetzes (BTVG) ist ein Vertrag zwischen einem Bauträger und einem Erwerber, zB über den Erwerb von Wohnungseigentum an ...

    Markus Mendel

    Bauträgerprojekte gewinnen in der Praxis immer mehr an Bedeutung: der Bauträgervertrag iSd Bauträgervertragsgesetzes (BTVG) ist ein Vertrag zwischen einem Bauträger und einem Erwerber, zB über den Erwerb von Wohnungseigentum an ...

    Graz als zweitgrößte Stadt Österreichs gilt schon lange als wichtiger Wirtschafts- und Bildungsstandort. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Graz österreichweit die am stärksten wachsende Stadt ist und die Nachfrage immer größer wird. Wichtig sind in diesem Kontext die veränderten Anforderungen an den Wohnraum. So zeigt der Grazer Wohnungsmarktbericht eindeutig eine Tendenz zu kleineren Wohneinheiten und zunehmender Digitalisierung, sowohl innerhalb der Immobilienbranche als auch als zusätzlicher Komfort für die Nutzer der Wohnungen. Die Entwicklung smarter Wohnprojekte kombiniert mit durchdachter öffentlicher Infrastruktur und gezielter Stadtteilentwicklung dient nicht nur der Erfüllung grundlegender menschlicher Bedürfnisse nach Wohnraum, sondern ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Nutzung der brachliegenden ehemaligen Industriegebiete, wie der Smart City Graz westlich des Hauptbahnhofs, die Reininghausgründe oder das Brauquartier Puntigam, aber auch die Verdichtung in den Wohnbezirken bieten großes Potenzial für neuen Wohnraum.

    Tatjana Meißlitzer

    Bauträgerprojekte gewinnen in der Praxis immer mehr an Bedeutung: der Bauträgervertrag iSd Bauträgervertragsgesetzes (BTVG) ist ein Vertrag zwischen einem Bauträger und einem Erwerber, zB über den Erwerb von Wohnungseigentum an ...

    Zur Vereinfachung und insbesondere zur Vermeidung von wiederholten (und fehlerhaften) Eingaben bietet die Paragraph-Software zahlreiche Programmfunktionen und Automatismen bei der Abbildung und Abwicklung von Bauträgerprojekten.

    Diverse Auswahl – und Berechnungsoptionen:

    Diverse Auswahl- und Berechnungsoptionen erleichtern die Vertrags- und Ratenabwicklung, wie auch die Berechnung der Kosten und Nebengebühren. Egal, ob Anleger oder Verbraucher, ob eigen- oder fremdfinanziert, Ratenplan A oder Ratenplan B, ob Förderung oder Überrechnung des Vorsteuerguthabens, entsprechende Programmfunktionen stehen zur Verfügung. Die Fälligkeit, die Bezahlung bzw. die Weiterleitung der Raten an den Bauträger können aus dem Hauptakt – für einzelne/alle Käuferakte zentral gesteuert und verwaltet werden.

    Alle Daten jederzeit verfügbar:

    Die Projektübersicht präsentiert jederzeit alle relevanten Daten zu allen Wohnungseigentumsobjekten und Käuferakten im Gesamtüberblick, die Zahlungsübersicht präsentiert zudem alle relevanten Daten der Raten- und Treuhandabwicklung aller Käuferakten.

    Die Grundbuchanträge:

    Routinen zur Erstellung der entsprechenden Grundbuchanträge stehen zur Verfügung:
    • Anmerkung der Zusage von Wohnungseigentum gem. § 40 WEG 2002 (samt Ersichtlichmachung Wohnungseigentum in Vorbereitung)
    • Anmerkung der (Treuhänder)-Rangordnung gem. § 42 WEG 2002
    • Begründung von Wohnungseigentum – Erstellung der WEG-Begründungstabelle
     

    Christian Adam

    Bauträgerprojekte gewinnen in der Praxis immer mehr an Bedeutung: der Bauträgervertrag iSd Bauträgervertragsgesetzes (BTVG) ist ein Vertrag zwischen einem Bauträger und einem Erwerber, zB über den Erwerb von Wohnungseigentum an ...

    Wie kann die Gebäudeverwaltung im Rahmen der Bauträgerabwicklung konstruktiv eingebunden werden und welcher nachhaltige Nutzen kann für beide Seiten daraus gewonnen werden? Eine recht frühe Einbindung der Gebäudeverwaltung hilft Diskussionen und Diskrepanzen mit dem neuen Miteigentümer(n) zu verhindern und schafft Klarheit zu unzähligen Fragen. Zu Anfang sind es alle verwaltungsrelevanten Fragen rund um den Wohnungseigentumsvetrag welcher einen essentiellen Bestandteil des Kaufvertrages bilden sollte. Hierbei spielt das Nutzwertgutachten bzw. Vorgutachten eine wesentliche Rolle. In weiterer Folge sind es abrechnungstechnische und verrechnungstechnische Merkmale die je Projekt abzuklären sind. Alle potentiellen Miteigentümer würden gerne wissen wie hoch die Betriebskosten sein werden. Ab wann mit welcher Rücklage zu rechnen ist. All dies unter der Berücksichtigung von preisgünstigen und markgerechten Dienstleistungen rund um die Immobilie. Zusatz-/Leistungen der Gebäudeverwaltung im  Rahmen der Mängelbehebung zum Nutzen aller, wie das führen von Mängellisten, die Koordination der Mietern/WE und vieles mehr. Für Wohnungseigentümer die Vermieten wollen kann die Gebäudeverwaltung ein "Rund-um-Service" anbieten und damit für den WE diese Wohnung als Vorsorgewohnung führen mit allen erforderlichen Dienstleistungen, was uU dem Bauträger hilft eine weitere Klientel anzusprechen. In diesem Vortrag werden wir dazu Anworten geben und unsere Erfahrung anhand einiger Beispiele darlegen.

  • 20:00 - 22:00 Get2gether mit anregenden Gesprächen
     

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Veranstaltungsdaten

  • Datum: 26.03.2019 18:00
  • Ort: Auditorium
    Joanneumsviertel
    8010 Graz
  • Anmeldeschluss: 19.03.2019
  • Plätze: 100
  • Anmeldungen: 134
  • Teilnehmer: 0
  • Erhalten wir, zu einer Veranstaltung, mehr Anmeldungen als Plätze zur Verfügung stehen verlosen wir alle Plätze per Zufallsprinzip unter allen Anmeldungen. Das Anmeldedatum hat dabei keinen Einfluss auf die Ziehung.

Programmverantwortlich

Raffaela Lödl-Klein

RA Mag Raffaela Lödl-Klein ist seit 2013 im Team der KAPP & PARTNER Rechtsanwälte GmbH und seit Februar 2018 auch Partnerin der Kanzlei. Zu ihren Spezialgebieten zählen das Immobilienrecht, insbesondere die Abwicklung von Liegenschafts- und Bauträgerprojekten sowie das Gesellschafts– und Insolvenzrecht. mehr..

Veranstaltungsort

Auditorium
Joanneumsviertel
8010 Graz